Herbstkonzerte 2020


Die Reise nach dem Lockdown

Das Kammerorchester Bülach präsentiert Ihnen in seinen beiden Herbstkonzerten – anders als ursprünglich geplant und bedingt durch die einschränkenden Massnahmen während und auch nach der Coronazeit – ein Potpourri aus spannenden Stücken seiner vergangenen Konzerte.

Wir laden Sie nach dem Lockdown zu einer musikalischen Reise durch Europa ein.

Wir starten in Frankreich, wo wir uns den Klängen der Komponisten Camille Saint-Saëns (1835–1921) und Gabriel Fauré (1845–1924) hingeben.
Saint-Saëns gehört zu den grössten Gestalten des französischen Musikschaffens in der 2. Hälfte des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Seine 2. Sinfonie schrieb er 1859 als Vierundzwanzigjähriger. Wir finden darin Gedrungenheit und Kraftentfaltung.
Gabriel Fauré war ein Schüler von Saint-Saëns. Seine Pavane in Fis-Moll op. 50, schrieb Fauré ursprünglich für Klavier, 1887 schuf er die Version für Orchester. Der getragene Rhythmus verweist auf einen vornehmen höfischen Schreit-Tanz, eben die Pavane. Mit seinen zarten Pastelltönen evoziert Faurés beliebtes Stück eine lyrisch-romantische Stimmung.

Zurück über die Grenze besuchen wir die Schweizer Familie von Joseph Weigl (1766–1846), der selber aber ein Österreicher war. Das Singspiel wurde nach einem Libretto von Ignaz Franz Castelli komponiert. Das Werk zeugt von grosser romantischer Begeisterung für die Schweiz und ihre Landschaften, und es hat sie seinerseits kräftig gefördert. 
Es folgt eine Komposition von Frank Martin (1890–1974). Seine an die Tonsprache der Romantik anknüpfende «Pavane couleur du temps», geht auf das Jahr 1920 zurück. Angeregt worden ist sie durch ein Märchen von Charles Perrault. Darin erbittet ein Mädchen sich von einer Fee ein Kleid in den Farben, welche unterschiedliche Witterungen dem Himmel und der Landschaft verleihen.

Wir reisen weiter nach Osten und lauschen in Wien der feinen Musik aus Ignaz Brülls (1846–1907) Serenade Nr. 1. Obwohl er zu seinen Lebzeiten viel und erfolgreich komponierte und zum angesehenen Musikkreis von Johannes Brahms in Wien gehörte, wurde seine Musik aufgrund seiner jüdischen Herkunft mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Europa verbannt und fast vergessen.

Unsere Reise beenden wir mit einem musikalischen Feuerwerk von Antonín Dvořak (1841–1904). Das Finale der Tschechischen (oder Böhmischen) Suite op. 39 ist komponiert als Furiant: ein „rasender“ Tanz mit charakteristischen Taktwechseln.


Daten und Orte

Samstag, 19. September 2020, 19.30 Uhr - Reformierte Kirche Embrach

Sonntag, 20. September 2020, 17.00 Uhr - Reformiertes Kirchgemeindehaus Bülach

Programm

Camille Saint-Saëns (1835-1921), Sinfonie Nr. 2 in a-Moll op. 55 (1859), 1. Satz

Gabriel Fauré (1845-1924), Pavane op. 50 (1887)

Joseph Weigl (1766-1846), „Die Schweizer Familie“, Ouvertüre

Frank Martin (1890-1974), "Pavane couleur du temps" für Streichorchester (1920)

Ignaz Brüll (1846-1907), Serenade Nr. 1 op. 29 (1877), 1. Satz 

Antonín Dvořak (1841-1904), Tschechische Suite in D-Dur op. 39 (1879), Finale